6:30 Uhr klingelt dein Wecker. Direkt gehst du im Kopf deine To-Do-Liste durch. Die Bewerberin kommt um 9 Uhr. Länger als eine Stunde sollte das nicht dauern. Danach nochmal die Präsentation abchecken, bevor der Kunde da ist. Zum Glück findet das Teammeeting erst am späten Nachmittag statt. Aber hoffentlich wird das nicht zu knapp, um die Kinder vom Training abzuholen. Du schaust auf dein Smartphone. Zwei verpasste Anrufe von deiner Mutter. Das hattest du ganz vergessen. Dein Vater wird heute aus dem Krankenhaus entlassen. Bestimmt brauchen sie Hilfe. 6:45 Uhr hetzt du ins Bad. Rufst dabei schnell deine Mutter zurück. Sie nimmt sofort ab. Ihre Stimme wirkt erleichtert: „Danke für den Rückruf. Auf dich ist einfach immer Verlass.“ Und während sie noch erzählt, setzt du dich auf den Badewannenrand und überlegst bereits „Wo kann ich das noch unterkriegen?“
Für andere Menschen da zu sein, ist ein schönes Gefühl. Und für das, was du tagtäglich leistest, hast du dir auch jedes Kompliment verdient. Schwierig wird es nur, wenn du die Eindrücke anderer unbewusst zum Maßstab für das machst, was du noch schaffen musst.