Erholung ist kein Vorrat, den du auffüllen kannst.
Viele Menschen behandeln Erholung wie einen Akku, den man ein oder zwei Mal im Jahr auflädt und der dann den Rest der Zeit Energie abgeben soll. Leider funktioniert der Körper ein bisschen anders.
Anspannung und Entspannung werden vor allem vom sogenannten autonomen Nervensystem geregelt, dass sich durch deinen ganzen Körper zieht.
Das autonome Nervensystem besteht aus dem Sympathikus, dem Nervenstrang der für Aktivität zuständig ist und dem Parasympathikus, dem Nervenstrang der sich um Ruhe kümmert. Ihr Zusammenspiel kann man gut mit der Mischbatterie an einem Waschbecken vergleichen. Normalerweise läuft fortlaufend lauwarmes Wasser, beide Nervenäste sind also gleichmäßig aktiv. Kommt ein Stressfaktor von außen, wird das heiße Wasser des Sympathikus kurzfristig etwas mehr aufgedreht, wodurch der Wasserstrahl insgesamt etwas heißer wird. Ist die belastende Situation vorbei, wird ein bisschen mit kaltem Wasser des Parasympathikus nachgeregelt, bis wir wieder im lauwarmen Normalzustand sind. Das alles passiert, wie der Name schon sagt, autonom. Das bedeutet, dein Gehirn trifft keine dir bewusste Entscheidung, welcher Teil des Nervensystems gerade aktiv ist. Darüber entscheiden vor allem äußere Umstände wie zum Beispiel: Pausen, Reizdichte oder Zeitdruck.
Besteht dein Alltag aus ständigen Belastungen bleibt das Wasser deiner Mischbatterie tendenziell immer ein bisschen zu warm. Denn der Parasympathikus findet einfach zu selten Gelegenheit mit kaltem Wasser nachzuregulieren. Im Urlaub, wenn äußere Belastungen dann wegfallen, ist es aber plötzlich möglich und nach wenigen Tagen stellt sich auf einmal Ruhe und Entspannung ein. Der Parasympathikus hat also seinen Job gemacht. Nur kehrst du danach wieder in deinen Alltag zurück, reagiert eben wieder der Sympathikus und dreht das heiße Wasser auf und du fühlst dich wieder wie zuvor.
Wie bei einem fließenden Wasser ist es nicht möglich, die Erholung zu speichern, sie muss auch im Alltag immer wiederhergestellt werden.