Warum Nichtstun das Problem oft verstärkt
Dieses Gefühl wird dadurch verstärkt, dass wir am Urlaubsort häufig in eine Art Erholungsstarre fallen. Wir legen uns an den Pool, wollen absolut nicht gestört werden und denken, das reicht, um wieder Kraft zu tanken. Doch Ruhe und Passivität sind nicht dasselbe.
Unter Stress verändern sich viele Prozesse des Körpers und eine Menge Energie wird bereitgestellt. Eben genau für den Zweck, auf einen möglichen Stressfaktor schnell und effizient reagieren zu können. Befindet sich weiterhin viel Energie im System, scannt dein Gehirn auch in den Ferien die Umgebung nach neuen vermeintlichen Gefahren. Und das sind dann im Zweifelsfall laute Gäste, ein schlecht aufgeräumtes Zimmer oder das nicht aufgefülltes Buffet.
Um deinen Alarmzustand zu verlassen, brauchst du aber, anders als viele denken, keine völlige Reizarmut, sondern einen Impuls, die überschüssige Energie abzubauen. Und das funktioniert am Besten mit Bewegung. (Ich spreche hier ausdrücklich nicht von neuem Stress bei sportlichen Challenges oder Turnieren am Ferienort, sondern von leicht anstrengender, ruhiger Bewegung, die Energie verbraucht, aber deinen Körper nicht überfordert.) Gut geeignet sind zum Beispiel ein paar Bahnen Schwimmen, ein zügiger Spaziergang oder eine Radtour, bei der du dir die Sehenswürdigkeiten ansiehst. Bei solchen Aktivitäten wird die aufgestaute Energie abgebaut und die Erholung entsteht oftmals nebenbei.
Wichtig dabei ist, nicht ständig zu beobachten, ob du bereits entspannt bist. Geh Radfahren, weil du die Umgebung erkunden möchtest und nicht nur, um dein Stresslevel zu senken. Richte deine Aufmerksamkeit bewusst auf die Details deiner Urlaubsumgebung, zum Beispiel das Rauschen des Meeres oder die alpinen Blumenwiese.
Kleiner Bonustipp:
Je intensiver du dich auf Bilder, Geräusche, Wärme- oder Kältereize deines Urlaubsortes konzentrierst, desto schneller lässt dein Gehirn kreisende Gedanken los.