Der zentrale Denkfehler im Stressmanagement
Wirksame Stressregulation konzentriert sich nicht auf das offensichtliche Stressverhalten, sondern auf frühe Veränderungen im Aktivierungsniveau, die oft übersehen werden. Gefühle innerer Anspannung, eine veränderte Atmung und zunehmende gedankliche Einengung, sind erste Anzeichen, dass der Körper in den Stressmodus schaltet. Gerade Leistungsträger neigen dazu, diese Signale zu ignorieren. Funktionieren hat Vorrang.
Die Wahrheit ist jedoch: Solange die körperliche Aktivierung noch niedrig ist, steht ein großer Handlungsspielraum zur Entspannung zur Verfügung. Je weiter die Stressreaktion fortschreitet, desto stärker übernimmt der Körper die Steuerung. In dieser Phase braucht Regulation andere Zugänge und deutlich mehr Aufwand. Das erklärt, warum viele gut gemeinte Strategien subjektiv als wirkungslos erlebt werden: Sie kommen schlicht zu spät.
Ein neurobiologisch fundierter Umgang mit Stress setzt also nicht auf Kontrolle um jeden Preis, sondern auf frühe Wahrnehmung und Regulation. Und je früher reguliert wird, desto geringer die Gesamtbelastung für Körper und Psyche und desto stabiler die Arbeitsfähigkeit.
Was bei Stress wirklich passiert, erfährst du in diesem Artikel.